Wie ein Jäger das Heidebünnl entdeckte


Ein Waidmann stellte einst am Roten Berg im Altvatergebirge einem prächtigen Hirsch nach. Nur hatte der Jäger schon schlechte Augen. So traf er das stolze Tier nicht ins Herz, sondern nur an einem Lauf. So suchte der Hirsch auf drei Beinen das Weite. Der alte Jäger folgte ihm mit Mühe. Doch es gelang, weil das Tier unter Schmerzen langsamer wurde. Als der Hirsch zu stehen kam, wollte der Jäger erneut sein Glück versuchen. Da beobachtete er, dass das Tier zu einer Quelle gelaufen war. Darin stellte es seinen wehes Bein. Der Mann wurde neugierig und näherte sich. Er sah, wie die Wunde aufhörte zu bluten, und im nächsten Moment lief der Hirsch mit kräftigen Sprüngen hinfort. Da tat es ihm der Jäger gleich und wusch sich das Gesicht mit Quellwasser. Darauf klärte sich sein Blick, seine Augen waren wieder gesund.


Fortan wurde die Quelle ein Anziehungspunkt und Wallfahrtsort. So entstanden hier ein Brunnhaus und ein Kirchlein. Und im ganzen Altvatergebirge sprach man vom Heidebrünnl.