37 digitale Bibliotheken

Die tschechische „Digitale Bibliothek“, betrieben von der Mährischen Landesbibliothek in Brünn, ist eine wunderbare Möglichkeit, in alten deutschen Zeitungen und Büchern zu schmökern. Sie umfasst die Bestände von 37 Bibliotheken, z.B. der Mährisch-Schlesischen Forschungsbibliothek in Ostrau. Man findet sie und alle anderen unter unter http://www.digitalniknihovna.cz im Internet.
Hier kann man z.B. nach dem Namen von Verwandten suchen. Manchmal taucht er in einem Zeitungsartikel auf.

Ergiebig sind z.B. folgende Einzelbibliotheken:

http://www.digitalniknihovna.cz/svkos 
(Mährisch-Schlesische Forschungsbibliothek in Ostrau)

https://ndk.cz 
(Nationale Digitalbibliothek)

http://www.digitalniknihovna.cz/mzk 
(Mährische Landesbibliothek)

http://www.digitalniknihovna.cz/kvkli 
(Regionale wissenschaftliche Bibliothek in Liberec)


Teils sind auch Informationen in den polnischen Beständen zu finden. Hier sind Zeitungen in stärkerer Bildauflösung zu finden:
https://fbc.pionier.net.pl

Bibliothek Collegium Carolinum & Sudetendeutsches Archiv

Die Bibliothek des Collegium Carolinum ist eine Präsenzbibliothek.
Hochstraße 8
81669 München
Ihr Bestandtskatalog ist digital einsehbar: https://www.collegium-carolinum.de/bibliothek/recherche/opac

Die Bücher des Sudetendeutschen Archivs (http://www.sudetendeutsches-archiv.de) befinden sich ebenfalls in obiger Bibliothek. Seine Archivalien befinden sich im Bayrischen Staatsarchiv München. Einiges ist hier auch schon digital abrufbar unter der Abteilung V „Nachlässe und Sammlungen:
https://www.gda.bayern.de/findmitteldb/Archiv/8/ 

Die Navigation ist ein wenig schwierig. Klicken Sie zunächst den Pfeil der auf 5.4 Sudetendeutsches Archiv zeigt, dann auf 5.4.3 Sammlungen und dort auf SdA, Heimatberichte.

Viele Ortsvereine haben Gedenkbücher zu ihren Gemeinden in den vergangen Jahrzehnten erstellt. Diese sind häufig bei den entsprechenden Ortsgruppen zu erhalten oder in Archiven zu finden. Auch sind archivierte Heimatbriefe / Heimatboten / Heimatzeitschriften eine gute Quelle.

Martin-Optiz-Bibliothek

Dei Martin-Opitz-Bibliothek befindet sich in Herne. Ihr Bestandsschwerpunkt liegt zwar bei Druckerzeugnissen zum historischen Ostdeutschland, sie hat aber auch umfängliche Bestände an Heimatbriefen etc. aus der Altvaterregion. Leider liegen diese nicht digitalisiert vor:
https://martin-opitz-bibliothek.de/de/recherche

Besitzverhältnisse im Dorf

Als Kaiserpflichtexemplar wurden sehr genaue Ortskarten bezeichnet, in denen die Besitzverhältnisse im Dorf vermerkt sind. In den einzelnen Flächen sind die Hausnummern der Besitzer und gelegentlich die Namen verzeichnet. Sie sind häufig unter diesem Link zu finden: https://www.oldmapsonline.org/map/cuzk/m3245-1-004

(Kürzlich wurden die Karten mit Familiennamen durch Karten ohne Namen ersetzt. Über das Archiv in Troppau / Oppava erhält man jedoch auf Anfrage noch die Karten mit Namen.)

Einzelne Kaufverträge finden sich auch über das Landesarchiv Troppau unter dem Reiter „Kataster“ (=POZEMK. K.):
http://digi.archives.cz/da/searchlink?fcDb=10051


Vereinigung Sudetendeutscher Familienforscher e.V.

Vereinigung Sudetendeutscher Familienforscher e.V. (VSFF)
Hochstraße 8
81669 München
https://sudetendeutsche-familienforscher.de/impressum/

Der Verein besitzt ein großes Archiv und erteilt auf Anfrage gegen minimale Spende Auskunft. So existieren z.B. für manche sudetendeutsche Familien bereits Stammbäume oder Chroniken.

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Ortschroniken

Jede Gemeinde war gesetzlich verpflichtet, ab 1920 eine Ortschronik zu führen. Meist war der Lehrer dafür zuständig. Alles was nach 1920 bis zur Vertreibung in einem Dorf relevant war, wurde darin verzeichnet. Es wurde aber auch häufig die frühere Ortsgeschichte dargestellt. So gibt es z.B. Kapitel zum Erbrichter, Kriegszeiten, Krankheiten, …
Die Chroniken sind meist im Internet einsehbar. Siehe den Kasten Landesarchiv Troppau.

Landesarchiv Troppau – Kirchenbücher/Kataster/Karteikarten...

Die Kirchenbücher (Matrikel) liegen häufig digital einsehbar im Netz vor. Das Landesarchiv Troppau hat hierzu eine Suchmaske, in die der tschechische Name der betreffenden Ortschaft eingegeben werden muss: https://www.archives.cz/web/digitalni_archiv/

Besonders hilfreich ist es dabei, auf die Hausnummern zu achten, da Personen häufig mit diesen vermerkt sind. So kann man sie im Zweifelsfall einem Haushalt zuordnen. Die Hausnummern haben sich in Tschechien seit der Vertreibung meist nicht geändert.

Sterbebücher, Taufbücher und Heiratsbüchesind durch folgende Abkürzungen zu unterscheiden:
N = Geburten (Narození) => Taufen
O = Verheiratung (Oženění) => Heiraten
Z = Gestorbene (Zemřelý)
I = Index
I–N = Index der Taufen
I–O = Index der Trauungen
I–Z = Index der Gestorbenen

Interessiert man sich für Jahrgänge im letzten Jahrhundert, kann es sein, dass noch eine Schutzpflicht besteht. Dann sind die Matrikel nicht digital einsehbar. Hier sei man aber auf die Karteikarten verwiesen:

Dort findet man sogenannte Volkskarten. Sie sind nach den Geburtsjahren sortiert. Damit findet man auch sonst unzugängliche Jahrgänge.

Außerdem finden sich hier Transportkarten. Sie geben Auskunft über den Tag und den Zug, mit welchem die Ausweisung erfolgte.

Genialologische Datenbanken

Sehr viele Informationen sind auch über genialologische Datenbanken und Anbieter erhältlich. Insbesondere die Mormonen haben hier große Bestände aufgebaut:
https://www.familia-austria.at/index.php/en/news/archive-2013/791-matriken-aus-tschechien-und-oesterreich-im-netz
Vielfältige kostenlose Suchmöglichkeiten bietet auch GenWiki (https://meta.genealogy.net).

Auch gibt es kostenpflichtige Anbieter im Netz:
Exemplarisch sei hier der französischer Anbieter https://de.geneanet.org/fonds/individus/ genannt. Hier ist eine eingeschränkte Suche bereits möglich, ohne, dass man zahlendes Mitglied sein muss.

Allgemein sei davor gewarnt Familiendaten oder genetische Informationen unbedacht ins Netz zu stellen. Diese Entscheidung betrifft nämlich nicht nur den Einzelnen, sondern auch alle Angehörigen, insbesondere die noch nicht geborenen.

Österreichische Stellen

Es sei hier darauf hingewiesen, dass viele Sudetendeutsche in Österreich eine neue Heimat gefunden haben. So sollte man sich bei seiner Ahnenforschung eventuell auch an österreichische Stellen wenden.

Hier nur einige Links, ohne diese besonders hervorheben oder auszeichnen zu wollen:
https://www.familia-austria.at/
http://ihff.at/index.shtml

Anlaufstellen zu Fragen über die Mitgliedschaft bei Militär- u. NS-Organisationen


Mitgliedschaft in der NSDAP und ihren Gliederungen:
Bundesarchiv
Finckensteinallee 63
12205 Berlin
E-Mail: berlin@bundesarchiv.de

Zugehörigkeit zu Wehrmacht, Waffen-SS, Reichsarbeitsdienst, Organisation Todt:
Bundesarchiv Abteilung Personenbezogene Auskünfte (PA)
Eichborndamm 179
13403 Berlin
E-Mail: poststelle-pa@bundesarchiv.de

Bundesarchiv Abteilung Militärarchiv
Wiesentalstraße 10
79115 Freiburg
Telefon: 0761 47817 0
E-Mail: militaerarchiv@bundesarchiv.de

Spruchkammerverfahren (Entnazifizierung) und Strafverfahren wegen NS-Verbrechen:
Zuständig sind die Landes- bzw. Staatsarchive, ausschlaggebend ist der Wohnort der Betroffenen. 

google-Übersetzer

Durch den google-Translator kann man  deutsch-tschechisch und tschechisch-deutsch übersetzten. So werden tschechische Texte lesbar und man kann einzelne Schlagworte, wie z.B. „Bürgermeister“ für eine Internetrecherche nachschlagen:
https://translate.google.com/?hl=de&sl=de&tl=cs&op=translate

Deutsche Kurrentschrift / „Sütterlin“

Hier hier sollen pragmatische Hilfestellung in abfallender Wichtigkeit gegeben werden. Die beiden ersten Punkte sind essentiell.


  • Das kleine „e“ ist sehr ähnlich zu „u“, „n“, „i“ und „c“. Daher muss man üben diese fünf Buchstaben zu unterscheiden (für eine leichtere Lesbarkeit hat sich deshalb beim kleinen „e“ spät eine Variante mit abgesetztem Stich gebildet).

  • Es sind zwei kleine „s“ zu unterscheiden. Das „s“ am Ende einer Silbe wird als sogenanntes Rund-s geschrieben, ansonsten immer als Schaft-ſ (hier gibt es jedoch auch eine gelegentliche Ausnahme, wenn zwei ss aufeinander treffen, dann werden sie nur als Schaft-ſ geschrieben: z.B. bei Klaſſe).

  • Ein Strich über Buchstaben ist gelegentlich verbreitet. Er verdoppelt den Buchstaben:  m̅ = mm.

  • „M und N“ sowie „W und  V“ sowie „f und h“ sowie „r und v“ sowie „R und K“ sowie „Schaft-ſ und t“ ähneln sich, man sollte sie paarweise üben.

  • Die Großbuchstaben F, P, K und S unterscheiden sich nach Epoche und Region. Daher sollte man sich diese Buchstaben gesondert ansehen. 

  • Geht der Abstrich beim kleinen „a“ nicht ganz hinunter, dann wirkt es wie ein „o“.
Übungen finden Sie auf: http://www.kurrent-lernen-muecke.de/kurrentschrift.php