Sternberger Kwaßsuppe


Sternberger Kwaßsuppe
1430 wurde Sternberg von den Hussiten besetzt, seither soll diese dicke Suppe in den Gasthäusern der Stadt zu finden gewesen sein. Heute kennt man Kwaß vorwiegend als ein slawisches Getränk ähnlich einem Malzbier mit Zitrusnote. Das Rezept der Suppe stammt aus einem Kochbuch von Adelheit Mediger (1880 Sternberg - 1946 ebenda). Ihr Lebensgefährte starb 1919 bei der Auflösung einer sudetendeutschen Demonstration, sie selbst an den Folgen eines Brandes im Sternberger Schloss.

10 dkg „Hienliche“ (Pfifferlinge) oder andere Pilze, 1/4 Liter Wasser, 1/4 Litter sauren Schmetten, 4 Eier, 3 dkg Butter, 1 klein gewürfelte Zwiebel, Salz und Kümmel nach Belieben; für den Grundkwaß: 1/4 Liter Milch, 2 dkg Hefe, 4 dkg Roggenmehl. Den Grundkwaß eine Stunde vor dem Garen ansetzen; dafür Hefe und Mehl in die kalte Milch einrühren und danach auf ca. 37 °C erwärmen. Die geschnittenen Pilze im Wasser mit Salz und Pfeffer aufkochen, den Kwaß und die in Butter angeschwitzten Zwiebeln zugeben. Die saure Sahne mit den Eiern verquirlen und in die nicht mehr allzu heiße Suppe geben. Bereichert wurde die Suppe durch eingeweichte Brotrinde, gekochte Kartoffeln oder gehackte Petersilie. (Mit freundlicher Genehmigung entnommen aus Saul, Harald: Sudetenland. Das große Buch der Familienrezepte, Bassermann Verlag, München 2019)