Mohnkuchen


Mohnkuchen
Heute noch schätzt man die schlaffördernde Wirkung von Mohnkuchen. Früher nutzte man aber auch die Schließfrucht selbst. So wurde ihre scheibenförmige Oberseite (schlesisch „Mohkappla“) ausgekocht und der Sud den Kindern als Beruhigungsmittel gegeben, damit man seine Arbeit ungestört verrichten konnte. Jedoch waren wohl auch Schäden durch diese Droge bekannt. So wurden mancherorts zurückgebliebene Kinder „Mohkapplakender“ gerufen. In den Aufnahmeländern hatte man oft kein Verständnis, dass die Vertriebenen nichts besseres als Blumen anbauten. Doch war und ist Mohn für den Sudetendeutschen einfach ein Lebensmittel.

Neben Schmohz ist Mohn eine beliebte Unterlage für eine Streuselkuchenschicht. Für eine Mohnschicht unter dem Streusel werden ca. 20 dkg frisch gequetschter Mohn, 7 dkg Zucker mit 250 ml Milch aufgekocht. Ist der Mohn gequollen und ein wenig abgekühlt, dann rührt man ein Ei unter. Manche Hausfrau fügte noch Rosinen hinzu. Da der Mohn teuer war, wird er in anderen Rezepten mit Gries verdünnt. Bei einer weiteren Variante hat man mit dem Mohn ein Drittel geriebene Zuckerrübe gekocht, damit die Mohnschicht nicht zu schwer wurde.