Mährische Vogelbeere


Mährische Vogelbeere

Wohl als älteste bekannte Varietät einer süßen Eberesche wurde sie 1810 bei Spornhau (Kreis Freiwaldau) von einem Hirten als nicht bittere Vogelbeere entdeckt. Der Hofbesitzer Christoph Hartmut soll sie daraufhin durch Propfreise vermehrt haben. Als Zitrone des Nordens wurde sie wegen ihres Vitamin-C-Gehalts gepriesen. Im Handel trägt sie heute den Namen „edulis“ (= essbar), „dulcis“ (= süß) oder „moravica“ (= mährisch). Lange war schon ihre Nutzung zur Herstellung von Likör bekannt, die süße Vogelbeere konnte aber auch als Preiselbeerersatz oder allgemein als Kompottzusatz genutzt werden. So wird ihr Anbau 1904 in der Zeitschrift „Freudenthaler Ländchen“ als Ersatz für die verschwundene Heimweberei empfohlen, gerade deshalb, weil anderes Obst in kälteren Lagen des Altvatergebirges nicht gedieh.